Musikvertrieb Vergleich: welcher Anbieter wirklich zu dir passt

Musikvertrieb Vergleich: welcher Anbieter wirklich zu dir passt

Musikvertrieb Vergleich: welcher Anbieter wirklich zu dir passt

Musikvertrieb ist das unsichtbarste Handwerk der Musikproduktion und das einzige, das zwingend erledigt sein muss, bevor ein Release stattfinden kann. Bei diesem Musikvertrieb Vergleich geht es deshalb nicht um eine Rangliste, sondern um die Frage: Welches Modell passt zu deiner Situation?

Denn die Anbieter unterscheiden sich vor allem in einem Punkt grundlegend: wie sie Geld verdienen. Wer das verstanden hat, trifft die Wahl in fünf Minuten.

Was ein Musikvertrieb macht und was nicht

Ein Musikvertrieb bringt deine Musik auf Streaming-Plattformen und in Download-Stores: Spotify, Apple Music, Amazon Music, Deezer, Tidal und weitere. Er liefert die Dateien, regelt die Metadaten und überträgt die Einnahmen an dich.

Was ein Distributor nicht macht: Er sammelt keine Aufführungs- oder mechanischen Lizenzgebühren von Verwertungsgesellschaften wie der GEMA. Das ist eine separate Sache und ein häufiges Missverständnis.

Die drei Preismodelle

Schaubild: die drei Preismodelle im Musikvertrieb

Hinter den vielen Namen stecken im Kern nur drei Abrechnungsmodelle. Wer sie kennt, kann jeden Anbieter sofort einordnen.

Jahresabo. Du zahlst eine feste Gebühr pro Jahr und behältst 100 % deiner Einnahmen. Lohnt sich, wenn du regelmäßig veröffentlichst. Beispiele: DistroKid, TuneCore, Ditto.

Provision. Du zahlst nichts oder wenig im Voraus, der Anbieter behält dafür dauerhaft einen Prozentsatz deiner Einnahmen. Lohnt sich bei wenig Volumen oder zum Ausprobieren. Beispiele: CD Baby, iGroove, Feiyr, RouteNote.

Pro Release. Du zahlst einmalig oder jährlich pro Veröffentlichung. Lohnt sich bei wenigen, dafür langlebigen Releases. Beispiele: TuneCore (klassisch), RecordJet, iMusician.

Musikvertrieb Vergleich: die Anbieter in der Übersicht

Die folgende Tabelle zeigt die für deutschsprachige Musiker relevantesten Anbieter, sortiert nach Modell. Die Preise sind gerundete Richtwerte.

Stand: Juni 2026. Preise und Modelle ändern sich häufig. Prüfe die aktuellen Konditionen vor der Anmeldung immer direkt beim Anbieter.

Anbieter Modell Kosten (ca.) Dein Anteil Für wen
DistroKid Jahresabo ab ~25 $/Jahr, unbegrenzt 100 % viele Releases, langfristig
TuneCore Jahresabo ~25–55 $/Jahr 100 % Publishing-Fokus
Ditto Jahresabo ~20 $/Jahr, unbegrenzt 100 % günstiges Abo
Too Lost Jahresabo günstiges Abo, unbegrenzt 100 % viele Releases
CD Baby Einmalzahlung ~10 $ Single / 15 $ Album 91 % (9 % Provision) wenige, langlebige Releases
iGroove (CH) Einmalzahlung ~19 € Single / 49 € Album 92 % (8 % Provision) EU/DSGVO, kein Abo
RecordJet (DE) pro Release / Abo ~9–39 € pro Release 100 % (Premium) deutschsprachiger Support
iMusician pro Release / Abo ~9 € pro Release 90 % bzw. 100 % flexibel, EU
Feiyr (DE) Provision keine Vorabkosten, 20 % 80 % Einsteiger ohne Risiko
RouteNote gratis o. Premium gratis o. ~55 €/Jahr 85 % bzw. 100 % flexibler Einstieg
ONErpm gratis (Provision) kostenlos 85 % (15 % Provision) kostenloser Einstieg
Amuse gratis o. Abo gratis o. Pro-Abo bis 100 % App-first, Einstieg
AWAL Provision (Bewerbung) keine Vorabkosten 85 % (15 % Provision) etabliertere Künstler
UnitedMasters gratis o. Abo gratis o. ~20 $/Jahr bis 100 % Brand-Deals, US-Fokus
Symphonic Provision (Bewerbung) Provision ~85 %+ Labels, fortgeschritten

Ein Hinweis zur Vollständigkeit: Der Markt verändert sich. Der lange beliebte Anbieter Spinnup etwa nimmt keine neuen Künstler mehr an. Das ist ein gutes Argument dafür, sich nicht allein vom günstigsten Preis leiten zu lassen, sondern auch auf Stabilität zu achten.

Die großen Drei im Detail

Drei Namen tauchen in fast jedem Musikvertrieb Vergleich zuerst auf: DistroKid, CD Baby und TuneCore. Sie stehen je für eines der drei Preismodelle.

DistroKid: Jahresabo, unbegrenzte Releases

DistroKid kostet aktuell rund 25 US-Dollar pro Jahr für den Musician-Plan (Stand Juni 2026, zuletzt erhöht). Dafür können beliebig viele Releases hochgeladen werden, ohne Aufpreis pro Release. 100 % der Einnahmen fließen an den Künstler. Das ist das günstigste Modell für Musiker, die mehrmals im Jahr veröffentlichen.

Zwei Einschränkungen sind wichtig. Erstens: Wenn das Abo endet, wird die Musik von allen Plattformen entfernt, es sei denn, man zahlt zusätzlich für eine dauerhafte Verfügbarkeit. Wer über Jahre viele Releases sammelt, baut damit eine versteckte Abhängigkeit auf. Zweitens: Viele Funktionen kosten extra, etwa YouTube Content ID oder erweiterte Statistiken.

DistroKid funktioniert gut für Musiker mit hoher Releasefrequenz, die langfristig abonniert bleiben und die Add-ons bewusst auswählen. Eine ausführliche Einordnung mit Pro und Contra steht im Artikel: DistroKid Erfahrungen.

CD Baby: Einmalzahlung, dauerhafte Provision

CD Baby nimmt keine Jahresgebühr. Stattdessen zahlt man einmalig pro Release: derzeit rund 10 US-Dollar für eine Single, etwa 15 US-Dollar für ein Album. Die Musik bleibt dauerhaft verfügbar, ohne laufende Kosten.

Der Gegenpreis: CD Baby behält 9 % aller Streaming-Einnahmen dauerhaft, für die Lebensdauer der Veröffentlichung.

Was bedeutet das in der Praxis? Bei 10.000 Streams pro Monat und etwa 0,003 bis 0,004 Euro pro Stream sind das rund 30 bis 40 Euro Einnahmen, davon gehen 9 % an CD Baby. Bei 100.000 Streams im Monat sind es schon 27 bis 36 Euro monatlich, mehr als DistroKid pro Jahr kostet.

CD Baby ist das bessere Modell für Musiker mit wenigen, langlebigen Releases und moderatem Streaming-Volumen.

TuneCore: Abo, 100 % Einnahmen, Publishing integriert

TuneCore hat sein Modell umgestellt und bietet heute Jahresabos an: etwa 25 US-Dollar für den Einsteiger-Tarif, rund 55 US-Dollar für den Profi-Tarif. 100 % der Einnahmen gehen an den Künstler, und Publishing-Administration, also das Einziehen mechanischer Lizenzgebühren, ist integriert.

TuneCore ist am sinnvollsten für Musiker, die Publishing-Royalties aktiv verfolgen und die integrierten Tools nutzen wollen.

Europäische und deutschsprachige Anbieter

Für Musiker im deutschsprachigen Raum sind drei Anbieter eine nähere Betrachtung wert, auch wegen Support, Rechnungsstellung und Datenschutz.

iGroove ist ein Schweizer Anbieter mit Einmalzahlung pro Release und einer vergleichsweise niedrigen Provision von 8 %. Keine Jahresgebühr, EU-nahe Infrastruktur und ein guter Ruf in der Independent-Szene.

RecordJet aus Deutschland bietet wahlweise ein Modell pro Release oder ein Abo, mit deutschsprachigem Support und ohne Provision im Premium-Tarif.

Feiyr, ebenfalls aus Deutschland, verlangt keine Vorabkosten und finanziert sich über eine Provision von 20 %. Das ist für reine Einsteiger attraktiv, die kein Geld vorstrecken wollen, wird aber bei steigenden Einnahmen teuer.

Kostenlose und Provisions-Modelle

Wer ohne Vorabkosten starten will, hat mehrere Optionen. Amuse, RouteNote und ONErpm bieten kostenlose Einstiege an und behalten dafür einen Anteil der Einnahmen, meist um die 15 %. RouteNote lässt dich später in ein provisionsfreies Premium-Modell wechseln.

Diese Modelle sind ideal zum Ausprobieren. Sobald die Einnahmen wachsen, lohnt sich der Wechsel zu einem Abo, weil die Provision dann mehr kostet als eine feste Jahresgebühr.

Musikvertrieb Vergleich: welches Modell für welche Situation

Viele Releases pro Jahr, langfristiger Plan: ein Jahresabo wie DistroKid, Ditto oder Too Lost. Solange das Abo aktiv bleibt, ist es das günstigste Modell für hohe Releasefrequenz.

Wenige Releases, moderate Streams, kein laufendes Abo: ein Provisions- oder Einmalmodell wie CD Baby oder iGroove. Einmal zahlen oder wenig vorstrecken, keine Abhängigkeit vom Abo.

Publishing-Fokus, etablierter Katalog: TuneCore mit integrierter Publishing-Administration.

Kompletter Einstieg ohne Budget: ein kostenloses Provisionsmodell wie Amuse, RouteNote oder ONErpm, später Wechsel zum Abo.

Datenschutz und deutschsprachiger Support wichtig: iGroove, RecordJet oder Feiyr.

Wenn der Anbieter feststeht, kommt der praktische Teil. Wie der Upload Schritt für Schritt abläuft, zeigt der Artikel: Musik auf Spotify hochladen.

Was oft übersehen wird

Die Abo-Falle bei Abo-Modellen: Wer jahrelang regelmäßig veröffentlicht und dann pausiert oder wechseln will, muss entweder zahlen, um die Musik verfügbar zu halten, oder sie verschwindet von den Plattformen. Das ist kein Argument gegen Abos, aber eines dafür, diese Abhängigkeit bewusst einzugehen.

Die Provisions-Frage: Für Musiker in der Aufbauphase ist eine Provision oft vernachlässigbar. Wer aber über Jahre wächst, sollte nachrechnen, ab wann die Provision mehr kostet als ein festes Abo.

Versteckte Zusatzkosten: Manche Anbieter werben mit niedrigen Grundpreisen, lassen sich aber wichtige Funktionen extra bezahlen. Rechne immer mit den Funktionen, die du wirklich brauchst.

Anbieter können schließen: Auch große Namen verschwinden oder stellen den Betrieb für Neukunden ein. Stabilität ist ein Auswahlkriterium, nicht nur der Preis.

Wechsel ist möglich: Alle Anbieter erlauben es, Musik zu übertragen oder neu einzureichen. Ein Wechsel ist aufwendig, aber machbar. Die Entscheidung ist nicht unumkehrbar.

Häufige Fragen

Was ist der günstigste Musikvertrieb?
Bei vielen Releases ein günstiges Jahresabo wie Ditto oder DistroKid. Bei wenigen Releases ein Einmal- oder Provisionsmodell. Den pauschal günstigsten Anbieter gibt es nicht, nur den günstigsten für dein Nutzungsmuster.

Bekomme ich bei kostenlosen Anbietern wirklich alles?
Du zahlst nichts im Voraus, gibst aber einen Anteil deiner Einnahmen ab, meist um die 15 %. Für den Einstieg ist das fair, bei wachsenden Streams wird ein Abo günstiger.

Sammelt mein Musikvertrieb auch GEMA-Gebühren ein?
Nein. Ein Distributor liefert deine Musik aus und zahlt Streaming-Einnahmen aus. Mechanische und Aufführungslizenzen laufen über die GEMA oder eine Publishing-Administration, das ist getrennt.

Kann ich später den Anbieter wechseln?
Ja. Der Wechsel ist möglich, aber mit Aufwand verbunden. Plane den Umzug bestehender Releases ein und prüfe, ob deine Musik verfügbar bleibt.

Die ehrliche Einschätzung

Dieser Musikvertrieb Vergleich zeigt vor allem eines: Es gibt keinen objektiv besten Anbieter, nur einen, der zu deinem Nutzungsmuster passt. Wer regelmäßig veröffentlicht und langfristig plant, fährt mit einem Abo am günstigsten. Wer selten veröffentlicht oder kein laufendes Abo will, ist mit einem Einmal- oder Provisionsmodell besser dran. Und wer Wert auf deutschsprachigen Support oder Datenschutz legt, findet bei iGroove, RecordJet oder Feiyr passende Optionen.

Wenn du noch nicht weißt, wann und wie oft du veröffentlichst, hilft dir der Artikel: Musik Release planen. Und wie die Distribution in den größeren Zusammenhang von Streaming und Direktverkauf passt, zeigt der Artikel: Eigene Musik verkaufen.

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