Musikblogs finden: so promotest du deine Musik gezielt
Musikblogs finden: so promotest du deine Musik gezielt
Ein Musikblog hat etwas, das du am Anfang nicht hast: eine bestehende Leserschaft, die genau zu deinem Sound passen kann. Wenn dein Song dort vorgestellt wird, hören dich Menschen, die ohnehin nach neuer Musik suchen. Genau deshalb sind Blogs ein nützlicher, oft kostenloser Kanal.
Der Haken: Es gibt unzählige Blogs, und die meisten passen nicht zu dir. Dieser Leitfaden zeigt dir, wie du gezielt die richtigen findest, wie du sie anschreibst, und nennt dir acht aktive deutsche Musikblogs als Startpunkt.
Erst die Strategie, dann die Suche
Musikpromotion kann schnell teuer werden, wenn du planlos vorgehst. Bevor du Geld in bezahlte Werbung steckst, lohnt es sich, die kostenlosen Wege auszuschöpfen, und Blogs gehören dazu. Auch Instagram und TikTok sind solche Kanäle, jeder mit eigener Logik.
Der häufigste Fehler bei Blogs ist die Gießkanne: hundert Blogs auf einmal anschreiben, alle mit derselben Mail. Das funktioniert nicht. Ein Blog stellt deine Musik nur vor, wenn sie zu seinem Publikum passt. Deine Aufgabe ist deshalb nicht, möglichst viele Blogs zu erreichen, sondern die wenigen richtigen.
In drei Schritten zu den richtigen Blogs

Schritt 1: Bekenn dich zu einem Genre. Gerade am Anfang ist es verlockend, sich nicht festlegen zu wollen. Aber je klarer du sagen kannst, was du machst, inklusive Subgenre, desto leichter finden dich die Menschen, die genau das mögen. Bist du Bedroom Pop statt nur Indie, Minimal Techno statt nur Techno? Dann hast du schon ein Suchraster. Die Grenzen kannst du später immer noch weiten.
Schritt 2: Sammle verwandte Künstler. Finde Acts, die ähnliche Musik machen wie du. Wenn deine Musik schon auf Spotify liegt, zeigt dir dein Profil, welche Künstler deine Hörer sonst noch verfolgen und in welchen Playlists du auftauchst. Wie du dieses Profil einrichtest, zeigt der Artikel Spotify for Artists. Stell dir eine Liste zusammen, am besten gemischt aus etablierten und aufstrebenden Namen.
Schritt 3: Such gezielt nach Blogs. Gib die Namen von deiner Liste in eine Suchmaschine ein und schau, welche Blogs über sie geschrieben haben. Diese Blogs sind deine Kandidaten, denn sie haben bereits Musik in deiner Nische vorgestellt. Achte auf das Datum: Ein Blog, der einen Act kurz vor dessen Durchbruch entdeckt hat, hat ein gutes Gespür und könnte auch dein Türöffner sein.
So schreibst du einen Blog an
Den richtigen Blog gefunden zu haben ist die halbe Miete. Jetzt kommt die Mail, und hier entscheidet sich viel.
Schreib persönlich. Nenn den Namen der Person, beziehe dich auf einen konkreten Beitrag, den sie geschrieben hat, und erklär in zwei, drei Sätzen, warum dein Song zu diesem Blog passt. Pack einen privaten Streaming-Link dazu, damit man sofort reinhören kann, ohne sich durch Anhänge zu klicken. Halte es kurz. Redaktionen bekommen viele Mails, und eine knappe, passende schlägt die lange Selbstdarstellung.
Wenn dir die Adresssuche zu mühsam ist, bündeln Plattformen wie SubmitHub viele Blogs und Kuratoren an einem Ort und nehmen dir einen Teil der Recherche ab. Das ersetzt aber nicht den passenden Song am passenden Ort, es beschleunigt nur das Finden.
8 aktive deutsche Musikblogs (Stand 2026)
Die Marktführer zu kennen schadet nicht. Diese acht deutschen Musikblogs und Magazine sind aktiv und decken unterschiedliche Genres ab. Prüf vor dem Anschreiben jeweils die aktuellen Einsende-Hinweise, denn Blogs ändern sich.
- Tonspion (Pop, Rock, Electro, Folk, breit aufgestellt)
- laut.de (großes Musikmagazin: News, Reviews, Interviews, viele Genres)
- MusikBlog.de (Pop, Rock, Indie, viele Rezensionen)
- Plattentests.de (Album-Rezensionen quer durch die Genres)
- BurnYourEars (Metal, Rock, Alternative)
- Pretty in Noise (Rock, Indie, Metal, Punk)
- Kaput Mag (Pop, Musik und Kultur)
- Testspiel (Indie, Pop, Netzkultur)
Diese Liste ist eine Momentaufnahme. Blogs kommen und gehen, manche schlafen ein. Sieh sie als Startpunkt, nicht als feste Größe.
Pass den Blog zu deinem Stand an
Die großen Blogs haben die größte Reichweite, aber auch die meisten Anfragen. Wenn dein Projekt noch am Anfang steht, sind kleinere, unabhängige Blogs oft der realistischere Weg, und sie schreiben eher über dich, weil sie auf der Suche nach Neuem sind.
Denk auch lokal. Brauchst du Presse, um in deiner Gegend auf Bühnen zu kommen, sind ein regionaler Blog, das Online-Magazin der örtlichen Zeitung oder der Blog des lokalen Radiosenders oft wertvoller als der große überregionale Name. Such dir die Blogs, die zu deinem aktuellen Stand passen, nicht die, die am weitesten weg sind.
Blogs sind ein geliehenes Haus
Hier der ehrliche Teil. Ein Blog-Feature ist schön, aber es gehört dir nicht. Die Leserschaft ist die des Blogs, nicht deine, und nach dem Beitrag ziehen die meisten weiter.
Deshalb ist ein Feature kein Ziel, sondern ein Mittel. Sorg dafür, dass die Menschen, die über einen Blog auf dich stoßen, einen Weg zu dir finden, den du kontrollierst. Eine E-Mail-Liste ist dafür der haltbarste Kanal, weil sie dir gehört und keiner fremden Redaktion. Wie aus einzelnen Kontaktpunkten Schritt für Schritt eine echte Fanbeziehung wird, zeigt der Überblick Musik Marketing.
Wer diesen direkten Draht in einem System bündeln will, das Website, E-Mail-Liste und Shop an einem Ort zusammenführt, findet bei IndieFunnels einen Aufbau, der genau dafür gemacht ist.
Häufige Fragen
Wie finde ich passende Musikblogs?
Über einen Umweg: Bekenn dich zu einem Subgenre, sammle Künstler, die ähnlich klingen wie du, und suche dann, welche Blogs über diese Künstler geschrieben haben. Genau diese Blogs passen am ehesten zu deiner Musik.
Wie schicke ich meine Musik an einen Blog?
Mit einer kurzen, persönlichen Mail an die richtige Person, einem Bezug auf einen konkreten Beitrag und einem privaten Streaming-Link zum Reinhören. Keine Massenmail an hundert Blogs auf einmal. Plattformen wie SubmitHub können die Adresssuche erleichtern.
Kostet Blog-Promotion Geld?
Das Anschreiben selbst ist kostenlos. Seriöse Blogs verlangen kein Geld für eine ehrliche Vorstellung. Manche Pitch-Plattformen arbeiten mit kleinen Gebühren pro Einsendung. Sei vorsichtig bei Angeboten, die garantierte Features gegen Bezahlung versprechen.
Welche deutschen Musikblogs sind aktiv?
Stand 2026 zum Beispiel Tonspion, laut.de, MusikBlog.de, Plattentests.de, BurnYourEars, Pretty in Noise, Kaput Mag und Testspiel. Prüf vor dem Anschreiben die aktuellen Einsende-Hinweise, da sich Blogs verändern.
Worauf es ankommt
Musikblogs zu finden ist keine Glückssache, sondern eine Kette aus drei Schritten: Genre schärfen, verwandte Künstler sammeln, gezielt suchen. Dann persönlich anschreiben statt mit der Gießkanne. So landest du bei den wenigen Blogs, bei denen deine Musik wirklich passt. Und denk daran, wohin die Reise geht: Ein Feature bringt dir Aufmerksamkeit, aber die lohnt sich nur, wenn du sie in eine Beziehung verwandelst, die dir bleibt.