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Musikproduzent werden – dein Weg ins Business

Musikproduzent werden ist ein Traum, den viele Menschen haben. Schließlich verbindet man damit den Reichtum der ganz großen Stars aus Rock und Pop, ohne das stete Scheinwerferlicht. Nicht selten bleibt ein Musikproduzent komplett im Hintergrund und genießt deshalb auch die Vorzüge, auf der Straße weitestgehend unerkannt zu bleiben.

Doch wie wird man Musikproduzent? Was muss man alles an Talenten mitbringen? Was kann man lernen? Wo eignet man sich die fehlenden Handwerkszeuge an? Und kann man als Musikproduzent auch dann davon seinen Lebensunterhalt bestreiten, wenn man vorwiegend mit kleinen Bands und Artists zusammenarbeitet, bzw. nur kleine Projekte bekommt?

Diese und viele weitere Fragen beantworten wir im vorliegenden Blogbeitrag. Wir gehen außerdem darauf ein, wo du anfängst, wie du das Beste aus deinen Fähigkeiten herausholst und was der geradlinigste Weg ist, um ein erfolgreicher Musikproduzent werden zu können. Wir zeigen dir außerdem, wie du Karriere machst und die Erfolgsleiter stetig nach oben steigst.

Musikproduzent werden – brauche ich dafür eine Ausbildung?

Eine anerkannte Ausbildung als Musikproduzent ist nicht unbedingt notwendig. Grundsätzlich kann jeder Mensch auch ohne Ausbildung Musikproduzent werden, der viel Liebe zur Musik, ein entsprechendes Talent und die notwendige Beharrlichkeit mitbringt. Schließlich bestehen die heutigen Möglichkeiten, an einer Hochschule oder Universität Musikproduktion zu studieren, oder sich bei einem privaten Institut über einen bestimmten Zeitraum hinweg mit klarem Fokus ausbilden zu lassen, noch nicht allzu lange.

Nur weil es heutzutage aber vielfältige Optionen gibt, um die wichtigsten Bereiche der Musikproduktion von der Pike auf zu lernen, heißt das noch lange nicht, dass es nicht weiterhin auch als Quereinsteiger möglich ist. Ob du eine Ausbildung brauchst, ist oftmals vielmehr die Frage danach, ob du dir eine Ausbildung zum Musikproduzent leisten kannst oder nicht. Immerhin sind entsprechende Studiengänge und private Ausbildungsplätze kostenintensiv.

Ein weiterer Nachteil einer Musikproduzent Ausbildung besteht darin, dass dir niemand eine Jobgarantie geben kann, nur weil du über einen bestimmten Zeitraum hinweg das Handwerk erlernt hast. Zwar steigern sich deine Chancen bis zu einem gewissen Punkt. Letztlich kann es aber auch Sinn ergeben, sich auf privater Ebene (beispielsweise durch einen Lehrer in Bereichen wie Tonlehre oder Sounddesign) in den Bereichen fortzubilden, in denen die größten Defizite vorliegen, und den Rest autodidaktisch anzupacken.

Musikproduzent werden in 5 Schritten: so geht’s

Schauen wir uns den autodidaktischen Weg daher etwas konkreter an. Herunterbrechen lässt sich der Weg zum Musikproduzenten auf insgesamt fünf Schritte:

  1. Den eigenen (Musik)Stil finden
  2. Musiktheorie lernen
  3. Software zur Musikproduktion lernen (je nach Genre auch Hardware)
  4. Mastering von Musik lernen
  5. Die fertige Musik verkaufen / veröffentlichen
musikproduzent

Schauen wir uns diese fünf Schritte im Folgenden etwas genauer an.

1. Den eigenen (Musik)Stil finden

Der erste Punkt ist einerseits denkbar einfach, andererseits aber auch unglaublich schwer. Denn bei der Stilfindung stellt sich nicht nur die Frage nach dem Genre, in dem du produzieren willst, sondern auch danach, was du den bestehenden Genrekonventionen hinzufügen kannst.

Will heißen: Natürlich musst du zunächst einmal für dich herausfinden, ob du lieber Partysongs für den Ballermann, klassische Musik, Techno oder auch Heavy Metal produzieren willst. Du musst aber gleichzeitig auch in diesem Stil deinen ganz eigenen Stil finden. Dabei geht es weniger darum, das Rad neu zu erfinden, sondern vielmehr darum, einen unvergleichlichen Sound zu entwickeln, der dich unverwechselbar macht.

Damit wir uns aber nicht falsch verstehen: Natürlich kannst du auch einfach nur so Musik machen. Wer allerdings mit seiner Kunst richtig erfolgreich sein möchte, der muss die eigene Musik immer auch als Produkt sehen, das später einmal aus einem ziemlich überlaufenen Markt herausstechen will. Und genau das geht eben nur über markante Alleinstellungsmerkmale.

2. Musiktheorie lernen

Du hörst am liebsten elektronische Musik und hast dich für ein bestimmtes Genre oder gar Sub-Genre entschieden? Dann geht es im zweiten Schritt darum, dir die entsprechende Musiktheorie anzueignen. Je mehr Wissen du hier sammelst, desto stilsicherer wirst du dich in deinem Genre später bewegen.

Zur Musiktheorie gehören unter anderem die folgenden Aspekte:

  • Harmonielehre
  • Songwriting
  • Sounddesign
  • Komposition
  • Instrumentation und Arrangement
  • Instrumentenkunde
  • Tontechnik
  • Akustik

3. Software zur Musikproduktion lernen

Zum täglichen Brot eines Musikproduzenten gehört nicht nur das Komponieren. Du musst deine Musik auch aufnehmen, abmischen und arrangieren. Und hierfür brauchst du eine Software. Genauer gesagt eine DAW Software.

DAW steht hierbei für Digital Audio Workstation. Gemeint sind damit Programme wie Cubase, Ableton Live, Pro Tools, Reason oder auch Fruity Loops. Solche DAWs kommen bisweilen mit Handbüchern, die so dick sind wie Telefonbücher. Als Hobby-Musiker kannst du natürlich auch auf „learning by doing“ setzen. Deutlich zielführender ist es aber, die Bedienung der Software von Grund auf zu lernen.

4. Mastering von Musik lernen

Wenn der Song fertig abgemischt ist, ist das Mastering der letzte Schritt im Produktionsprozess. Hierbei geht es ganz vereinfacht gesagt darum, den Pegel des Songs so weit anzuheben, dass er mit den gängigen Vertretern des Genres rein von Lautstärke und Klang her mithalten kann.

Was einfach klingt, ist eine Kunst für sich. Denn es geht darum, dass der fertige Song nicht einfach nur lauter gedreht wird, sondern dabei erstens nicht übersteuert und zweitens trotzdem maximal druckvoll rüberkommt – und zwar auf egal welchem Ausgabemedium vom Smartphone-Lautsprecher bis hin zur kraftvollen Anlage im Club.

Weil genau das so kompliziert ist, geben selbst viele erfolgreiche Musikproduzenten diesen Arbeitsschritt an Tontechniker oder andere Produzenten ab, die aufs Mastering spezialisiert sind. Trotzdem sollest du als angehender Musikproduzent zwingend auch diesen Arbeitsschritt erlernen.

5. Die eigene Musik verkaufen, bzw. veröffentlichen

Deine Musik entspricht von der Machart her den Genre-Standards? Das Mastering ist auch entsprechend gut, sodass die Anforderungen von Streaming-Dienstleistern oder auch Radiosendern erfüllt sind? Dann kannst du deine eigene Musik verkaufen oder veröffentlichen.

Hierbei kommt es natürlich darauf an, ob du nur als Produzent in Erscheinung treten möchtest, sodass du fertige Stücke direkt bei Bands oder Plattenlabeln zum Verkauf anbieten kannst, oder ob du die Musik später auch selbst performen möchtest.

Musikproduzent werden – wie lebt eigentlich ein Musikproduzent?

Musikproduzenten sind – Ausnahmen bestätigen natürlich jede Regel – fast immer selbstständig tätig, nämlich auf freiberuflicher Basis. Das heißt also, dass du deine Arbeitszeiten selbst festlegst und maximale Freiheiten genießt. Gleichzeitig besteht aber auch ein gewisser Druck, denn nicht nur bezahlt dir als Freiberufler niemand ein festes Gehalt, sondern du musst dich auch noch eigenständig um Versicherungen kümmern – und das fängt bereits bei der Krankenversicherung an.

Dafür ist die Arbeit als Musikproduzent ausgesprochen vielseitig. Nicht immer müssen es schließlich Songs sein, die an bestimmte Bands, DJs oder Plattenlabels verkauft werden. Als Musikproduzent kannst du auch Werbejingles produzieren, Musik für Computerspiele schreiben oder sogar im Bereich Filmmusik Fuß fassen.

Musikproduzent werden: Kann man davon leben?

Wer mit den richtig großen Namen der Szene zusammenarbeitet, der hat als Musikproduzent auch heutzutage noch relativ schnell ausgesorgt. Weil das aber nur ein ganz geringer Prozentsatz schafft, stellt sich die Frage danach, was ein „ganz normaler Musikproduzent“ mit „ganz normalen Kunden“ so verdienen kann und ob das zum Leben reicht.

Musikproduzent Gehalt: Eine pauschale Antwort darauf ist natürlich ausgesprochen schwer, da gerade Quereinsteiger ohne Kontakte sich zunächst einmal einen Namen machen müssen, um an regelmäßige Aufträge zu kommen. Geht man jedoch vom Durchschnitt aus, ist als freiberuflicher Musikproduzent ein Gehalt zwischen ca. 2.500 Euro und ca. 4.500 Euro im Monat realistisch. Ob dir das zum Leben reicht, musst du für dich selbst beantworten.

Lernen von den Großen: Das Beispiel Max Martin

max martin
Robert kasinsky, max martin

Hast du schon einmal den Namen Max Martin gehört? Falls ja, wirst du dich sicherlich schon sehr tiefgehend mit dem Leben von Musikproduzenten auseinandergesetzt haben. Falls nein, wird es dir vermutlich wie den meisten Menschen gehen, die bei den großen Bands und Künstlern nicht wirklich hinterfragen, wer den Song eigentlich geschrieben und produziert hat.

Max Martin, der im Jahr 1971 in Schweden als Karl Martin Sandberg geboren wurde, hat dabei bereits in seinen frühen 20er Jahren erste Erfolge gefeiert, als er für die schwedische Retortenband Rednex den Song Wish You Were Here (1995) schrieb.

Seitdem zeichnete er für zahlreiche Hits von Namen wie Backstreet Boys, Britney Spears, Pink, Katy Perry, Bon Jovi, Coldplay, Justin Timberlake oder auch Taylor Swift verantwortlich. Er zählt damit zu den kommerziell erfolgreichsten Musikproduzenten, der sich vermutlich dennoch vergleichsweise unbeachtet in jeder beliebigen Großstadt frei bewegen könnte.

Sein gigantischer Erfolg fußt dabei auf dem unverwechselbaren „Max-Martin-Sound“, der sich durch klassische Strophe/Refrain-Strukturen auszeichnet, zumeist auf achttaktische Formen setzt und eine fast schon eingebaute Ohrwurm-Garantie mitbringt.

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