Musikvertrieb: wie er funktioniert und worauf du achten solltest

Musikvertrieb: wie er funktioniert und worauf du achten solltest

Musikvertrieb: wie er funktioniert und worauf du achten solltest

Bevor dein Song auf Spotify, Apple Music oder Deezer landet, muss ihn jemand dorthin bringen. Genau das macht ein Musikvertrieb. Dieser Artikel erklärt, was ein Musikvertrieb ist, wie er funktioniert und worauf du bei der Wahl achten solltest.

Wenn du danach konkrete Anbieter mit Preisen vergleichen willst, findest du das im Artikel: Musikvertrieb Vergleich. Hier geht es um das Verständnis davor.

Was ist Musikvertrieb?

Ein Musikvertrieb, oft auch Distributor oder Aggregator genannt, bringt deine Aufnahmen auf die Streaming-Plattformen und in die Download-Stores. Als unabhängiger Musiker kannst du deine Musik nicht direkt bei Spotify oder Apple Music hochladen. Diese Plattformen nehmen Musik nur über zugelassene Vertriebe an.

Der Vertrieb ist also der Mittler zwischen dir und den Plattformen. Er liefert die Audiodateien, das Cover und die Metadaten, meldet den Release an, sammelt die Einnahmen ein und zahlt sie an dich aus.

Wie ein Musikvertrieb funktioniert

Schaubild: der Ablauf beim Musikvertrieb von Upload bis Auszahlung

Der Ablauf ist bei den meisten Anbietern gleich und in vier Schritten erklärt.

Zuerst lädst du deinen Song hoch: die Audiodatei, das Cover und die Metadaten wie Titel, Künstlername und Mitwirkende. Du legst außerdem ein Veröffentlichungsdatum fest.

Dann prüft der Vertrieb die Daten und liefert deinen Release an die Plattformen aus: Spotify, Apple Music, Amazon Music, Deezer, Tidal, YouTube Music und viele weitere.

Zum festgelegten Termin erscheint deine Musik überall gleichzeitig. Plane dafür einen Vorlauf von ein bis vier Wochen ein, damit auch Playlist-Pitches und Pre-Saves möglich sind.

Schließlich zahlen die Plattformen die Streaming-Einnahmen an den Vertrieb, der sie je nach Preismodell an dich weiterleitet.

Wie der ganze Ablauf konkret aussieht, von der Vorbereitung bis zum eigenen Künstlerprofil, zeigt der Artikel am Beispiel Spotify: Musik auf Spotify hochladen.

Was du vor dem Upload bereit haben solltest

Damit der Upload reibungslos läuft, solltest du ein paar Dinge fertig haben.

Die finale Audiodatei in guter Qualität, am besten als WAV. Ein Cover im quadratischen Format, meist mindestens 3000 x 3000 Pixel. Die Metadaten: Titel, Künstlername sowie die Namen aller Mitwirkenden und Songwriter. Und ein Releasedatum mit ein bis vier Wochen Vorlauf.

Wer das vorbereitet, lädt einen Release in wenigen Minuten hoch. Wer mittendrin Dateien sucht, verschenkt Zeit und riskiert Fehler in den Metadaten, die später schwer zu korrigieren sind.

Was ein Musikvertrieb nicht macht

Ein Musikvertrieb liefert deine Musik aus und zahlt Streaming-Einnahmen. Mehr nicht. Zwei Punkte werden dabei oft verwechselt.

Er sammelt keine Gebühren von Verwertungsgesellschaften. Mechanische und Aufführungslizenzen laufen in Deutschland über die GEMA oder über eine separate Publishing-Administration. Das ist eine eigene Sache und nicht Teil der Distribution.

Und er macht in der Regel kein Marketing für dich. Ein Vertrieb bringt deine Musik auf die Plattformen, aber er sorgt nicht dafür, dass sie gehört wird. Reichweite baust du selbst auf.

Brauchst du überhaupt einen Musikvertrieb?

Wenn du auf Streaming-Plattformen und in Stores vertreten sein willst: ja. Ohne Vertrieb kommt deine Musik dort praktisch nicht hin.

Es gibt eine Ausnahme. Wer rein direkt verkauft, etwa über Bandcamp oder den eigenen Shop, braucht für diesen Weg keinen Streaming-Vertrieb. Beides schließt sich nicht aus: Viele Musiker nutzen einen Vertrieb für die Streaming-Präsenz und verkaufen zusätzlich direkt. Wie der Direktverkauf funktioniert, steht im Artikel: Eigene Musik verkaufen. Und wenn du dir erst einen Überblick über alle Wege verschaffen willst, vom Streaming bis zur physischen Veröffentlichung, hilft dir der Einstieg: Musik veröffentlichen.

Worauf du bei der Wahl achten solltest

Die Anbieter unterscheiden sich vor allem im Preismodell und in den Details. Fünf Punkte helfen bei der Einordnung.

Das Preismodell: Jahresabo, einmalige Zahlung mit Provision oder pro Release. Daran hängt, wie viel du langfristig zahlst.

Dein Anteil: Behältst du 100 % deiner Einnahmen oder geht ein Prozentsatz an den Vertrieb?

Die Funktionen: Sind Dinge wie YouTube Content ID, Einnahmen-Splits mit Mitwirkenden oder Pre-Save-Links inklusive oder kosten sie extra?

Die Stabilität: Auch große Anbieter stellen den Betrieb für Neukunden ein. Ein etablierter Dienst ist sicherer als der billigste.

Der Support: Deutschsprachiger Support und EU-Datenschutz können den Unterschied machen, wenn etwas klemmt.

Welcher Anbieter konkret zu welcher Situation passt, mit Preisen und einer Übersichtstabelle, steht im Artikel: Musikvertrieb Vergleich. Einen der bekanntesten Anbieter haben wir uns einzeln angesehen: DistroKid Erfahrungen.

Häufige Fragen

Kostet ein Musikvertrieb Geld?
Das hängt vom Modell ab. Manche verlangen ein Jahresabo, andere eine Einmalzahlung pro Release, wieder andere sind kostenlos und behalten dafür einen Anteil deiner Einnahmen.

Wie lange dauert es, bis mein Song online ist?
Technisch oft wenige Tage. Plane trotzdem ein bis vier Wochen Vorlauf ein, damit Playlist-Pitches und Pre-Saves möglich sind.

Behalte ich meine Rechte an der Musik?
Ja. Ein seriöser Vertrieb vertreibt deine Musik nur, du behältst die Rechte daran.

Brauche ich trotzdem die GEMA?
Das ist getrennt zu betrachten. Der Vertrieb kümmert sich um die Distribution, die GEMA um bestimmte Lizenzgebühren. Ob sich eine GEMA-Mitgliedschaft für dich lohnt, ist eine eigene Entscheidung.

Der nächste Schritt

Ein Musikvertrieb ist der erste praktische Schritt, sobald deine Musik fertig produziert ist. Wenn du planst, wann und wie du veröffentlichst, hilft dir der Artikel: Musik Release planen.

Und wenn du so weit bist, einen konkreten Anbieter zu wählen, vergleicht der Artikel die wichtigsten Dienste mit Preisen und Modellen: Musikvertrieb Vergleich.

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