Musik auf Spotify hochladen: so geht es Schritt für Schritt
Musik auf Spotify hochladen: so geht es Schritt für Schritt
Du hast einen Song fertig und willst ihn auf Spotify bringen. Die erste Überraschung: Direkt hochladen kannst du ihn nicht. Spotify nimmt Musik nur über einen Vertrieb an. Dieser Leitfaden zeigt dir den ganzen Weg, von der Vorbereitung bis zu deinem fertigen Release, und sagt dir ehrlich, was kostenlos geht und was nicht.
Warum du nicht direkt hochladen kannst
Anders als bei YouTube gibt es bei Spotify keinen Knopf, mit dem du deinen Song selbst hochlädst. Spotify arbeitet nur mit sogenannten Distributoren zusammen, also mit Musikvertrieben. Der Vertrieb liefert deine Datei an Spotify, regelt die technischen Angaben und zahlt dir später deine Einnahmen aus.
Das ist kein Umweg, den man umgehen kann, sondern der einzige offizielle Weg. Wer im Netz liest, man könne eigene Musik im Spotify-Konto hinzufügen wie einen Titel zu einer Playlist, verwechselt zwei Dinge: Hören und Veröffentlichen. Veröffentlichen läuft immer über einen Vertrieb.
Was ein Vertrieb genau macht und warum es ihn braucht, steht ausführlich im Artikel: Musikvertrieb: wie er funktioniert.
Was du brauchst, bevor es losgeht
Drei Dinge solltest du beisammen haben, bevor du anfängst.
Du brauchst deinen fertig gemasterten Song als Audiodatei, am besten als WAV in hoher Qualität. Du brauchst ein Coverbild, quadratisch und in ausreichender Auflösung, üblich sind mindestens 3000 mal 3000 Pixel ohne Logos fremder Marken oder Web-Adressen. Und du brauchst die Angaben zu deinem Release: Künstlername, Songtitel, Genre und das gewünschte Veröffentlichungsdatum.
Ein eigenes Studio ist nicht nötig. Nötig ist nur, dass die Datei und das Cover den Mindestanforderungen entsprechen, sonst lehnt der Vertrieb das Release ab.
In fünf Schritten auf Spotify

Wenn die Vorbereitung steht, ist der Ablauf überschaubar.
Schritt 1: Song und Cover vorbereiten. Exportiere deinen Track in hoher Qualität und prüfe das Cover auf die Mindestauflösung. Achte darauf, dass im Bild keine fremden Logos, keine Web-Adressen und kein unscharfer Text zu sehen sind. Solche Cover werden häufig abgelehnt.
Schritt 2: Einen Vertrieb wählen. Hier triffst du die eigentliche Entscheidung. Die Anbieter unterscheiden sich vor allem darin, wie sie Geld verdienen: feste Jahresgebühr, Provision oder Zahlung pro Release. Welches Modell zu dir passt und welche Anbieter es gibt, zeigt der ausführliche Musikvertrieb Vergleich.
Schritt 3: Das Release anlegen. Im Konto deines Vertriebs legst du eine neue Veröffentlichung an. Du lädst die Audiodatei und das Cover hoch und trägst die Angaben ein: Titel, Künstler, Genre und das Veröffentlichungsdatum. Den ISRC-Code, eine eindeutige Kennung für deinen Song, vergibt der Vertrieb in der Regel automatisch. Den musst du nicht selbst besorgen.
Schritt 4: Übermittlung und Prüfzeit einplanen. Nach dem Absenden prüft der Vertrieb das Release und schickt es an Spotify. Das dauert je nach Anbieter einige Tage. Plane Vorlauf ein. Wer sein Release bei Spotify für eine Playlist vorschlagen will, sollte es etwa zwei bis vier Wochen vor dem Veröffentlichungsdatum einreichen.
Schritt 5: Spotify for Artists beanspruchen. Sobald dein Song bei Spotify gelistet ist, fordere den Zugang zu deinem Künstlerprofil über Spotify for Artists an. Damit kannst du dein Profil bearbeiten, Statistiken sehen und kommende Releases für Playlists vorschlagen. Dieser Schritt ist kostenlos und gehört dazu.
Danach ist dein Song online. Was er pro Stream einbringt und warum diese Zahl so niedrig ist, erklärt der Artikel: Wie viel zahlt Spotify pro Stream wirklich.
Nach dem Release: dein Künstlerprofil
Mit dem Upload ist die Pflicht erledigt, aber der wichtigste Teil kommt danach. Solange du dein Profil nicht beanspruchst, ist dein Song nur ein Eintrag in einer riesigen Datenbank.
Über Spotify for Artists bekommst du die Kontrolle über deine Seite. Du kannst ein Profilbild und eine kurze Biografie hinterlegen, Links zu deinen anderen Kanälen setzen und dein Profil verifizieren lassen. Ein gepflegtes Profil mit Foto und Text wirkt wie eine eigene Visitenkarte, ein leeres wirkt wie ein Platzhalter. Wie du das Profil komplett einrichtest und alle Funktionen nutzt, zeigt der Leitfaden Spotify for Artists.
Prüfe nach der Veröffentlichung außerdem, ob der Song wirklich deinem Profil zugeordnet ist und nicht versehentlich einem fremden Künstler mit ähnlichem Namen. In den Statistiken siehst du, woher deine Hörer kommen und über welche Playlists sie dich finden. Beachte, dass die Zahlen meist erst mit einem Tag Verzögerung erscheinen.
Für das nächste Release lohnt sich ein Blick auf die Pre-Save-Funktion: Fans können deinen Song schon vor Erscheinen vormerken, sodass er am Veröffentlichungstag automatisch in ihrer Bibliothek landet. Das gibt dem Start mehr Gewicht.
Kostenlos oder kostenpflichtig hochladen?
Die häufigste Frage lautet: Geht das auch umsonst? Ja, aber mit Haken.
Es gibt Vertriebe, die kostenlos veröffentlichen, etwa RouteNote oder Amuse. Du zahlst nichts im Voraus, dafür behält der Anbieter einen Anteil deiner Einnahmen, meist um die 15 Prozent. Manche Gratis-Modelle haben außerdem Auszahlungsschwellen oder weniger Funktionen.
Die kostenpflichtigen Anbieter wie DistroKid oder TuneCore arbeiten mit einer festen Jahresgebühr. Du zahlst vorab, behältst dafür 100 Prozent deiner Einnahmen. Das lohnt sich, sobald du regelmäßig veröffentlichst.
Kurz gesagt: Zum Ausprobieren ist ein kostenloser Anbieter sinnvoll. Wer öfter releast, fährt mit einem Jahresabo auf Dauer günstiger. Die konkreten Preise und Modelle stehen im Musikvertrieb Vergleich.
Häufige Probleme beim Upload
Die meisten Releases gehen reibungslos durch. Wenn es hakt, liegt es fast immer an einer dieser Stellen.
Das Cover wird abgelehnt. Häufigster Grund sind fremde Logos, eine Web-Adresse im Bild oder eine zu niedrige Auflösung. Halte das Cover sauber und quadratisch in voller Auflösung.
Die Angaben stimmen nicht. Ein falsch geschriebener Künstlername oder ein nicht genannter Gast-Künstler führt dazu, dass dein Song später schwer zu finden ist oder dem falschen Profil zugeordnet wird. Prüfe Schreibweise und Credits vor dem Absenden.
Das Veröffentlichungsdatum ist zu knapp. Wenn du den Release auf morgen legst, bleibt keine Zeit für die Prüfung und schon gar nicht für einen Playlist-Vorschlag. Plane Vorlauf ein.
Explizite Inhalte sind nicht markiert. Wenn dein Text deutliche Sprache enthält, kennzeichne ihn entsprechend. Sonst kann es zu Beanstandungen kommen.
Keiner dieser Punkte ist dramatisch, aber jeder kostet Zeit. Wer vor dem Absenden einmal in Ruhe prüft, spart sich die Warteschleife.
Häufige Fragen
Kann ich meine Musik selbst auf Spotify hochladen?
Nein, nicht direkt. Du brauchst immer einen Vertrieb, der deine Musik an Spotify liefert. Einen eigenen Upload-Knopf wie bei YouTube gibt es nicht.
Was kostet es, einen Song auf Spotify hochzuladen?
Das hängt vom Vertrieb ab. Kostenlose Anbieter behalten einen Anteil deiner Einnahmen, kostenpflichtige verlangen eine feste Jahresgebühr und lassen dir dafür alle Einnahmen. Eine Übersicht findest du im Musikvertrieb Vergleich.
Wie lange dauert es, bis mein Song auf Spotify ist?
Nach dem Einreichen vergehen je nach Vertrieb einige Tage. Für einen geplanten Veröffentlichungstag und für Playlist-Vorschläge solltest du zwei bis vier Wochen Vorlauf einplanen.
Kann ich ein Veröffentlichungsdatum festlegen?
Ja. Beim Anlegen des Release gibst du das gewünschte Datum an. Wichtig ist nur, genug Vorlauf für die Prüfung einzuplanen.
Behalte ich meine Rechte an der Musik?
Ja. Ein Vertrieb veröffentlicht deine Musik in deinem Namen, du bleibst Inhaber der Rechte. Er liefert nur aus und zahlt dir die Einnahmen.
Was ist mit der GEMA?
Der Vertrieb kümmert sich um die Aufnahme, also den sogenannten Master. Die Rechte an Komposition und Text laufen getrennt über die GEMA. Das ist eine eigene Sache und ein häufiges Missverständnis.
Dein erster Schritt
Du brauchst keinen perfekten Plan, um anzufangen. Du brauchst einen fertigen Song, ein sauberes Cover und einen Vertrieb, der zu dir passt.
Der nächste sinnvolle Schritt ist deshalb die Wahl des Vertriebs, denn daran hängt alles Weitere. Wenn du noch unsicher bist, welches Modell für dich passt, hilft dir der Musikvertrieb Vergleich. Und wenn du verstehen willst, wie der Vertrieb grundsätzlich funktioniert, bevor du dich entscheidest, lies zuerst den Überblick: Musikvertrieb: wie er funktioniert.